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Den Mehrwert von Mitarbeitern kennen und anerkennen

Eine derzeit heiße und kontrovers diskutierte Möglichkeit als Praxisinhaber die Mitarbeiter*innen für die geleistete Arbeit in diesem besonderen C-Jahr zu bedenken, stellt die im Jahr 2020 befristete steuer- sowie beitragsfreie Corona-Sonderzahlung dar.

Welche Überlegungen zu dieser Möglichkeit sind aus meiner Sicht wichtig?

Als Praxisbetreiber müssen Sie aus betriebswirtschaftlicher Sicht alle Zahlen im Blick haben, um ihre Liquidität weiterhin zu sichern. Das heißt, die derzeit höheren Kosten für z.B. Schutzausrüstung, womöglich deutlich weniger Auslastung in der Behandlung – insbesondere in der Prophylaxe – oder gar der Umstand, dass Sie Kurzarbeit anmelden mussten, sind Faktoren, die eine Sonderzahlung für Ihre Mitarbeiter*innen womöglich grotesk erscheinen lassen. Vermutlich kommt hier die Frage auf: „Wer schenkt mir als Zahnarzt/Zahnärztin etwas?“

Erlauben Sie mir an dieser Stelle den Gedanken, dass eine einmalige, freiwillige Corona-Sonderzahlung an Ihr Team eine weitaus größere Wirkung haben könnte, als Sie bislang annahmen. Anerkennung, Wertschätzung, ein „gesehen werden“ sind neben dem Wunsch, eine sinnvolle Aufgabe und Perspektive im Beruf zu haben, die wichtigsten Faktoren, wenn es um die Frage der Zufriedenheit im Unternehmen „Praxis“ geht. Eine faire Bezahlung gehört ebenfalls dazu.

Das Corona-Jahr hat gerade in der Zahnmedizin auf allen Ebenen für viel Verunsicherung gesorgt. Ein hartes Jahr, indem sich echter Teamgeist bewähren konnte. Vielen Zahnärzten/Zahnärztinnen ist es gelungen im 2. Halbjahr die Verluste der 1. Jahreshälfte zu kompensieren, um mehr oder weniger mit einem blauen Auge davon zu kommen. Neben den strategischen Entscheidungen der Praxisinhaber*innen liegt hier aus meiner Sicht auch ein großer Anteil bei der Bewältigung der Pandemie-Auswirkungen bei den Praxis-Teams, die maßgeblich dafür gesorgt haben, dass die Patienten sich sicher fühlen, alle Corona-Verordnungen umgesetzt und unter erschwerten Bedingungen gearbeitet haben.

Nun gibt es die Möglichkeit, diese außergewöhnliche Gesamtleistung der Mitarbeiter*innen mit der Corona-Sonderzahlung steuer- und beitragsfrei zu belohnen. In der Gehaltsklasse der zahnmedizinischen Fachkräfte wird jeder zusätzliche Euro gebraucht und hat damit einen weit größeren Wert als in den höheren Gehaltsgruppen. Wird diese Zahlung in Verbindung mit anerkennenden Worten zur erbrachten Leistung verknüpft, hat dies eine erwünschte Nebenwirkung. Es wird zu einer Festigung der emotionalen Bindung ihrer Mitarbeiter*innen und weit mehr zur Erhöhung der intrinsischen Motivation beitragen.

Ihre Mitarbeiter*innen ziehen mit Ihnen an einem Strang, sind bereit überdurchschnittliche Leistungen zu erbringen, Fackelträger*innen zur Sicherung der Patiententreue und Erhöhung der Attraktivität für neue Mitarbeiter*innen zu sein. Eine hohe Zufriedenheit im Team beugt Mitarbeiter-Fluktuation vor und bewahrt Sie vor der mühsamen Suche neuer Fachkräfte. Hinzu kommen die für die Einarbeitungszeit benötigten Mitarbeiterressourcen. Bis es rund läuft, braucht es im Mittel ca. 1,5 bis 2 Jahre, bis der neuen Fachkraft alle Abläufe routinemäßig gelingen.

Warum schreibe ich über das Thema Corona-Sonderzahlung?

In den sozialen Medien nehme ich einen regen Austausch in der dentalen Welt zu dem Thema „Wer hat eine Corona-Sonderzahlung erhalten und wer nicht?“ wahr. Mitarbeiter*innen, die eine Sonderzahlung erhalten oder Praxisinhaber*innen berichten darüber. Unsicherheiten entstehen bei denjenigen, die bislang nicht bedacht wurden. Aus meiner Sicht eine schwierige Situation für alle Beteiligten, dabei sollte die Corona-Sonderzahlung doch etwas Positives sein. Wie gehen Sie nun als Praxis-Chef*in damit um, wenn Sie in Ihrem Team spüren, dass es Unzufriedenheiten diesbezüglich gibt. Wie könnte die Lösung aussehen?

  • Für Klarheit sorgen. Ein klares „Nein“ sprechen, wenn es Ihnen unmöglich erscheint, eine Sonderzahlung zu leisten. Eine gute Möglichkeit ein „Nein“ zu etwas Positivem werden zu lassen, ist es die Aussicht zu geben, in hoffentlich bald wiederkehrenden besseren Zeiten, die überdurchschnittlichen Gesamtleistungen Ihres Teams auf andere Weise zu honorieren. Für „Goodies“ in Form von Sachbezügen oder Aufmerksamkeiten (Steuer- und sozialversicherungsfrei oder pauschal mit 25%) gibt es etwa 40 bis 50 verschiedene Möglichkeiten.
  • Bei einem „Ja“ für eine Corona-Sonderzahlung haben Sie einen Freiraum bis zu 1.500 Euro. Ganz gleich, wie hoch der Betrag sein wird, es wird eine positive Wirkung haben. Geht es doch gleichzeitig um die Geste der Anerkennung. „Goodies“ in Form von Sachbezügen oder Aufmerksamkeiten (Steuer- und sozialversicherungsfrei oder pauschal mit 25%) gibt es etwa 40 bis 50 verschiedene Möglichkeiten.

Vielleicht hilft Ihnen dieser Beitrag, sich darüber bewusst zu werden, wie vielschichtig die Wirkung der Anerkennung – monetär und/oder sozial – sein können. Die Aussicht auf „ein Mehr zu bekommen“ aufgrund der Tatsache in schlechten Zeiten mit Ihrem Team geteilt zu haben, ist interessant.

Ich bin mir im Klaren, dass das Thema weit mehr Facetten beinhaltet, jedoch in dem Format eines Blogbeitrags diese nicht in dem Maße berücksichtigt werden können. Gerne können Sie mir schreiben oder anrufen – ich freue mich auf Ihre Impulse.

Über Sabine Kittel

Als Gründerin der Akademie für Prophylaxe & Management entwickelt die Dentalhygienikerin, Dental-Betriebswirtin und Praxismanagerin seit 2004 Trainings zu den Themen Prophylaxe, wirkungsvolle Führung, wertschätzende Kommunikation im Team und mit Patienten.

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