Das Gelbe Heft kennt jede Familie. Seit Jahrzehnten begleitet es Kinder von Geburt an und erinnert zuverlässig an die ärztlichen U-Untersuchungen. Mit einer Teilnahmequote von über 95 Prozent ist es eines der erfolgreichsten Präventionsinstrumente überhaupt.
Ab Januar 2026 wird dieses bewährte System sinnvoll ergänzt: Auch die sechs zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen werden verbindlich im Gelben Heft dokumentiert.
Die zahnmedizinische Prävention in Deutschland ist eine echte Erfolgsgeschichte. 78 Prozent der 12-Jährigen sind heute kariesfrei. Gleichzeitig wissen wir: Vor allem bei den ganz Kleinen – zwischen dem 6. und 34. Lebensmonat – werden die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen noch zu selten wahrgenommen.
Und genau in diesem Alter entscheidet sich oft, wie gesund Zähne ein Leben lang bleiben.
Wenn die zahnärztlichen Termine künftig genauso selbstverständlich im Gelben Heft stehen wie die ärztlichen U-Untersuchungen, steigt ihre Sichtbarkeit – und damit hoffentlich auch ihre Inanspruchnahme.
Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 15. Mai 2025 bringt:
Inhaltlich bleibt alles beim Bewährten – neu ist die klare, bundesweit einheitliche Struktur.
In Hessen wird dieser Gedanke bereits aktiv gelebt. Durch die Kooperation der Landeszahnärztekammer Hessen, der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege in Hessen und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen wird das Zahnärztliche Kinderuntersuchungsheft kontinuierlich weiterentwickelt.
Seit diesem Jahr erhalten werdende Eltern das zahnärztliche Kinderuntersuchungsheft gemeinsam mit dem ärztlichen „Gelben Heft“ in einer transparenten Mappe – ein starkes Signal für die Gleichwertigkeit von allgemeiner und oraler Gesundheit.
Zahnärztinnen und Zahnärzte in Hessen können das Heft zudem kostenlos über die Formularstelle der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen beziehen.
Die Aufnahme der zahnärztlichen Früherkennung in das Gelbe Heft stellt eine strukturelle Weiterentwicklung der bestehenden Präventionsmaßnahmen dar. Sie stärkt die frühzeitige Einbindung der Zahnmedizin in die Gesundheitsvorsorge von Kindern. Da Mundgesundheit ein wesentlicher Bestandteil der allgemeinen Gesundheit ist, schafft die frühzeitige und verbindliche Dokumentation eine verbesserte Grundlage, um Kinder rechtzeitig zu erreichen und langfristig positive Effekte für ihre Zahngesundheit zu erzielen.