AERA setzt sich für hohe Qualitätsstandards in der Implantologie ein und unterstützt die CleanImplant Foundation mit einer Spende. Die Stiftung war auf den Dental Future Days vertreten und stellte ihre unabhängigen Prüfverfahren für Implantate vor. Warum diese unabhängige Qualitätssicherung für Patienten und Behandler gleichermaßen wichtig ist, zeigt die Arbeit der CleanImplant Foundation.
Die CleanImplant Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die Dentalimplantate weltweit auf werkseitige Oberflächenverunreinigungen untersucht. Über 200.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte nutzen die Ergebnisse als Orientierung – für eine Entscheidung, die im Verborgenen liegt und dennoch über den Behandlungserfolg mitentscheidet.
Ein steril verpacktes Implantat ist frei von lebenden Keimen. Über die chemische Reinheit der Oberfläche oder eine Verunreinigung durch Kunststoffpartikel sagt das nichts aus. Sterilisation tötet Mikroorganismen ab – Produktionsrückstände entfernt sie jedoch nicht. Qualitätsbewertungsstudien der CleanImplant Foundation konnten auf zahlreichen marktüblichen Implantaten mikroskopisch kleine Partikel aus dem Herstellungsprozess nachweisen: fluorierte Kohlenwasserstoffe, Metallabrieb aus der Fertigung, Kunststoffreste sowie zelltoxische Rückstände aggressiver Reinigungschemikalien. Unsichtbar für das Auge, aber klar nachweisbar unter dem Rasterelektronenmikroskop. Diese vermeidbaren Verunreinigungen finden sich genau dort, wo Osseointegration stattfinden soll – an der Grenzfläche zwischen Implantat und Knochen. Sie können die Einheilung stören, lokale Entzündungsreaktionen begünstigen und stehen im Verdacht, das Risiko für Peri-implantitis bis hin zum Implantatverlust zu erhöhen. Für die Praxis bedeutet das: Ein Teil der Misserfolge, die dem Patienten, dem chirurgischen Vorgehen oder der Nachsorge zugeschrieben werden, hat seinen Ursprung möglicherweise bereits im Werk.
Die Stiftung hat seit ihrer Gründung mehrere hundert Implantatsysteme verschiedenster Hersteller weltweit überprüft. Die Analytik erfolgt stets in akkreditierten, unabhängigen Laboren mittels REM-Bildgebung, Elementanalyse und weiterführender Verfahren und wird nach einer publizierten Konsensrichtlinie eines internationalen wissenschaftlichen Beirats im Peer-Review-Verfahren bewertet. Für das Trusted Quality Siegel müssen mindestens fünf zufällig ausgewählte Implantate aus verschiedenen Produktionschargen analysiert werden. Das Prüfverfahren ist durch die unabhängige Laborstruktur, die zufällige Probenauswahl und die publizierte Konsensrichtlinie auf größtmögliche Objektivität und Nachvollziehbarkeit ausgelegt. Nur Implantatsystemen, die die definierten Sauberkeitskriterien erfüllen, wird das Trusted Quality Siegel verliehen. Nach zwei Jahren wird der Analysevorgang vollständig mit neuen Mustern aus der aktuellen Herstellung wiederholt, bevor das Siegel erneuert werden kann. Damit steht das Qualitätssiegel für dokumentierte, reproduzierbar saubere Implantatoberflächen und für einen Reinheitsgrad, der über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgeht.
Der bewusste Einsatz zertifizierter Implantate ist praktizierte Qualitätsmedizin – und diese verdient Sichtbarkeit. Zahnarztpraxen, die nachweislich saubere und ausgezeichnete Systeme verwenden, können sich bei CleanImplant zertifizieren lassen und profitieren von erhöhter Online-Sichtbarkeit sowie von einem glaubwürdigen und eindrucksvollen Qualitätssignal gegenüber Patienten. Unabhängig davon können zertifizierte Praxen zusätzlich am kostenfreien Bonusprogramm der Plattform mycleandent.de teilnehmen und darüber Patientenanfragen erhalten. So wird eine ohnehin getroffene Entscheidung für ein verlässliches Implantatsystem nach außen sichtbar – das schafft Vertrauen bei Patienten und sorgt zugleich für mehr Patientensicherheit.